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Wien, 12. Februar 2026 (aiz.info)

Fastenzeit: Raum für Neues schaffen

Statt Verzichtsphase neue gesundheitsfördernde "Tiny Habits"

Viele Menschen verbinden die Fastenzeit mit Verzicht und Einschränkungen beim Essen und Trinken. Sie bietet jedoch auch Chancen für positive Veränderungen im Alltag, indem aus der Bereitschaft für Veränderung neue Routinen aufgebaut werden. Statt radikaler Maßnahmen empfiehlt das forum. ernährung heute (f.eh) aber, mit kleinen, realistischen Gewohnheiten zu beginnen, die langfristig Bestand haben. Mit sogenannten "Tiny Habits" - also sehr kleinen, konkret umsetzbaren Schritten - lassen sich neue Verhaltensweisen leichter etablieren. "Entscheidend für anhaltende Verhaltensänderung sind ein unterstützendes Umfeld, positive Verstärkung kleiner Erfolge und Geduld mit sich selbst. Das macht aus 40 Tagen Fastenzeit neue Routinen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern", so Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh.

Mit dem Beginn der Fastenzeit rückt für viele Menschen der bewusste Verzicht in den Fokus. Klassische Vorsätze wie nichts Süßes, kein Alkohol oder kein Fleisch stehen hoch im Kurs. Doch aus wissenschaftlicher Sicht verändern Phasen des Totalverzichts kaum die sonst festgefahrenen und über das Jahr bestehenden Gewohnheiten. Langfristig wirkungsvoller ist es, wenn wir etwas nicht bloß einmal jährlich 40 Tage lang weglassen, sondern wenn wir neue Routinen über die Fastenzeit hinaus beibehalten und in unseren Alltag integrieren. "Die Fastenzeit kann zu einem kraftvollen Startpunkt für anhaltende Verhaltensmuster werden. Vor allem, wenn wir dabei kleine, realistische Gewohnheiten aufbauen, die Kontinuität ermöglichen", betont Marlies Gruber.
 
Tiny Habits: kleine Schritte, große Wirkung
 
Das Konzept der "Tiny Habits" setzt genau hier an. Anstatt sich vage vorzunehmen, "gesünder zu essen", werden konkrete, minimalistische Handlungen definiert, die leicht umsetzbar sind: z.B. eine Mahlzeit pro Tag bewusst und ohne Ablenkung zu genießen, nach dem Heimkommen ein Stück Obst oder Gemüse zu essen oder ein Handvoll Nüsse zu knabbern, einmal täglich jedenfalls die Stiegen zu steigen, statt Lift oder Rolltreppe zu nutzen. „Die Fastenzeit eröffnet ein Zeitfenster, in dem viele Menschen offen für Veränderung sind. Sie ist damit ein guter Angelpunkt für die Entwicklung alltagstauglicher Schritte, die die Gesundheit langfristig fördern. Je niederschwelliger und konkreter eine neue Gewohnheit ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich etabliert“, erklärt Marlies Gruber. "Stabile Gewohnheiten entwickeln sich aber über Wochen und Monate. Hier ist Geduld gefragt. Wer erste Erfolge bewusst wahrnimmt und positiv verstärkt - also auch feiert -, speichert das neue Verhalten emotional als Gewinn ab. So entsteht Schritt für Schritt eine stabile Routine." 

Umfeld bewusst gestalten
 
Ein Großteil unseres Essverhaltens läuft automatisiert ab. Gewohnheiten entlasten das Gehirn, weil sie Entscheidungen vereinfachen. Sie entstehen aus wiederholten Handlungen in bestimmten Kontexten. Dazu zählen bei manchen Menschen vielleicht das Glas Wein am Abend, der Snack am Sofa oder der Griff zur Süßigkeit bei Stress. Dieses "Autopilot-Verhalten" ist stabil und erklärt, warum gute Vorsätze häufig scheitern. Gewohnheiten sind jedoch formbar und können als Mechanismus auch in einem positiven Sinn genutzt werden. Entscheidend ist, das Umfeld bewusst zu gestalten. So beeinflusst etwa die Verfügbarkeit den Konsum. Daher kann es hilfreich sein, Süßes und Snacks bewusst zu portionieren und zu genießen, statt unaufmerksam nebenher zu essen. Ein Glas Wasser, Obst oder Nüsse sichtbar auf dem Tisch bereitzustellen, verändert wiederum sehr wahrscheinlich die "Zugriffsrate".
 
Neben individuellen Entscheidungen spielt auch das soziale Umfeld eine wesentliche Rolle. Beispielsweise erhöhen gemeinsame Einkaufs- oder Kochroutinen in der Familie oder im Freundeskreis die Wahrscheinlichkeit, neue Gewohnheiten beizubehalten. Die unterschiedlichen Vorlieben sind zudem ein unsichtbarer Förderer einer höheren Vielfalt am Teller. 
 
Boiler Plate 

Das forum. ernährung heute (f.eh) wurde 1991 mit Sitz in Wien gegründet und richtet seine Aktivitäten zur Förderung von ernährungs- und gesundheitsbezogener Information an einem Menschenbild aus, das von aufgeklärten und mündigen Verbrauchern ausgeht. Dabei versteht sich das f.eh als ein Kompetenzzentrum, in dem wissenschaftliches Fachwissen für alle Fragen zum Thema Ernährung, Ernährungsbildung und Ernährungsökologie sowie aktive Lebensstile gebündelt wird. Über faktenbasierte Information, einen offenen und transparenten Dialog und einen intensiven Wissenstransfer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbraucher will das f.eh breit akzeptierte Lösungen für die Praxis erarbeiten. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Vertretern aller einschlägigen Disziplinen unterstützt das f.eh bei seinen Aktivitäten. Getragen wird die Vereinsarbeit im Wesentlichen durch Beiträge der Vereinsmitglieder, die von bedeutenden Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft geleistet werden. (Schluss)
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