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Brüssel, 12. Februar 2026 (aiz.info)

Copa und Cogeca äußern Besorgnis über EU-Australien-Freihandelsabkommen

Copa und Cogeca äußern in einer Aussendung ernsthafte Bedenken hinsichtlich der erneuten Bemühungen, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien abzuschließen, und warnen, dass das Abkommen die Gefahr birgt, europäische Landwirte und Agrargenossenschaften in wichtigen sensiblen Sektoren unverhältnismäßig stark zu belasten.

"Wichtige Agrarsektoren wie Rindfleisch, Schaffleisch, Zucker und Reis stehen bereits unter enormem Druck", betonte Copa-Präsident Massimiliano Giansanti. "Jahrelang steigende Produktionskosten, geopolitische Instabilität, interne politische Anpassungen und die kumulativen Auswirkungen aufeinanderfolgender Handelsabkommen - zuletzt Mercosur - werden die Widerstandsfähigkeit dieser Sektoren erheblich schwächen. Jede weitere Öffnung des EU-Marktes, selbst in Form von Zollkontingenten, würde nur zusätzlich Öl ins Feuer gießen - mit nachhaltigen Folgen für Produktion, Preise und die wirtschaftliche Tragfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe in ganz Europa", fügte er hinzu.

Selbst geringfügige Ausweitungen des Marktzugangs können die EU-Märkte angesichts der allgemein anerkannten Anfälligkeiten dieser Sektoren erheblich destabilisieren. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die EU einen Verbrauchermarkt von rund 450 Millionen Menschen darstellt, verglichen mit dem australischen Binnenmarkt von etwa 28 Millionen. Dieses strukturelle Ungleichgewicht bedeutet, dass jede Marktöffnung im Rahmen des Abkommens definitionsgemäß australischen Exporten überproportional zugutekäme, während EU-Landwirte einem verschärften Wettbewerb in ohnehin fragilen Märkten ausgesetzt würden.

Cogeca-Präsident Lennart Nilsson unterstrich: "Wie kann man nicht das Gefühl haben, dass die Landwirtschaft erneut als Anpassungsvariable behandelt wird, auf die sich die Kommission stützt, um ihre Handelsabkommen zu sichern? Von den EU-Landwirten und -Genossenschaften wird erwartet, Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit, Klimaziele und die Vitalität des ländlichen Raums zu gewährleisten und gleichzeitig die kumulativen Auswirkungen von andernorts vereinbarten Handelszugeständnissen aufzufangen. Dieser Ansatz ist weder kohärent noch nachhaltig."

Copa und Cogeca fordern die Europäische Kommission auf, die Sensibilitäten dieser Sektoren vollständig anzuerkennen und sicherzustellen, dass ein mögliches EU-Australien-Abkommen zu einem wirklich ausgewogenen Ergebnis für die Landwirtschaft führt. Ohne eine klare Anerkennung der kumulativen Belastungen für die EU-Landwirte und ohne strikte Zurückhaltung bei der Marktöffnung für sensible Produkte besteht die Gefahr, dass das Abkommen Produktion, Investitionen und die Zukunft der Landwirtschaft in Europa untergräbt. (Schluss)
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