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Innsbruck, 4. März 2026 (aiz.info)

Weltfrauentag: Durch Bildung und Gemeinschaft profitieren

lk Bäuerinnen Tirol über Aus- und Weiterbildung für Frauen in der Landwirtschaft

Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2026 zum "Internationalen Jahr der Bäuerinnen" erklärt. Die Landwirtschaftskammer Tirol und die LK Bäuerinnen Tirol nehmen dies zum Anlass, um die Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft verstärkt sichtbar zu machen und inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. 

In Tirol wird jede fünfte Landwirtschaft von einer Frau geführt. Das sind 2.168 Betriebe - Tendenz steigend. Österreichweit gesehen ist dieser Anteil etwas höher: 36% der Betriebe sind weiblich geführt, was EU-weit der zweithöchste Anteil ist. Landesbäuerin Helga Brunschmid freut sich über diese Entwicklung: "Bäuerinnen sind seit jeher das Herz und der Motor jeden Hofes. Dass ihre Rolle sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt hat und mittlerweile auch immer mehr Frauen als Betriebsführerinnen tätig sind, ist absolut begrüßenswert. Viel wichtiger ist mir allerdings, dass viele Frauen die Möglichkeiten erkennen, die ein Bauernhof bietet und sich so ein Einkommensstandbein bzw. ihren individuellen Arbeitsplatz am Bauernhof schaffen. Dazu braucht es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Familie auf Augenhöhe."

Bildung ist weiblich

Wie in anderen Berufen, ist auch in der Landwirtschaft die Aus- und Weiterbildung ein entscheidender Faktor für den betrieblichen Erfolg. Die zentrale Anlaufstelle für alle Belange der land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildung ist die Lehrlings- und Fachausbildungsstelle (LFA). Deren Geschäftsführerin, Nikola Kirchler, berichtet über regen Zustrom: "Alle angebotenen Lehrgänge sind voll, das Interesse an der Land- und Forstwirtschaft ist ungebrochen groß. Besonders erfreulich ist auch, dass wir in vielen früher stark männlich dominierten Berufsbildern einen stetig wachsenden Anteil an Absolventinnen verzeichnen - und das auf allen Ebenen."

Auch Martina Gutleben bestätigt den hohen Stellenwert von Bildung in der Landwirtschaft. Sie führt seit 2020 den vielfältigen Familienbetrieb in Ranggen mit Obst- und Weinbau, Hofladen und Hofschank. "In unserer Familie mit fünf Töchtern habe ich als jüngste Tochter einen großen Teil des Betriebes übernommen. Dazu habe ich eine fundierte Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert - Fachwissen, Engagement und Führung liegen somit in weiblicher Hand. Als damals einzige Frau in der Meisterausbildung weiß ich aus eigener Erfahrung, welche Bedeutung und Verantwortung Frauen in der Landwirtschaft tragen - und wie sehr sich ihre Rolle im Wandel befindet."

Gestärkt in den Beruf

Eine landwirtschaftliche Ausbildung stärkt Frauen fachlich, wirtschaftlich und persönlich. Als Facharbeiterinnen handeln sie verantwortungsbewusst, nachhaltig und professionell in Produktion, Tierhaltung und Technik. Mit der Meisterausbildung erweitern Frauen ihre unternehmerischen und strategischen Kompetenzen: Sie entwickeln Betriebe weiter, setzen Innovationen um und sichern durch professionelles Management das Einkommen und die Zukunftsfähigkeit des Hofes.

Darum ist Bildung eines der Hauptanliegen der lk Bäuerinnen Tirol, wie Landesbäuerin Helga Brunschmid unterstreicht: "Die Ausbildung macht Frauen zu kompetenten, selbstbestimmten und zukunftsorientierten Unternehmerinnen in der Landwirtschaft. Auch persönlich profitiert jede in vielen Bereichen des Lebens von dieser guten Bildungsgrundlage. Deshalb wollen wir auch im Bereich der Weiterbildung ein Angebot schaffen und Frauen ermutigen, dieses auch anzunehmen. Denn durch Bildung und Gemeinschaft kommen wir Frauen gemeinsam weiter!" (Schluss)
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