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Graz, 9. Jänner 2026 (aiz.info)

Steirischer Bauernbund: Unser NEIN zu Mercosur bleibt

Entscheidung gegen die österreichische Position gefährdet Lebensmittel-Versorgungssicherheit

Nach der Abstimmung über das veraltete Freihandelsabkommen Mercosur bekräftigt der Steirische Bauernbund seine seit Jahren unveränderte Haltung zum Mercosur-Abkommen: Unser NEIN bleibt bestehen. Diese Linie verfolgt der Bauernbund konsequent und ohne Relativierungen – und wird sie auch weiterhin verfolgen. 

„Unsere Position zu Mercosur ist seit Jahren eindeutig und sie bleibt es auch“, stellt Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager klar. „Wir bleiben bei unserer strikten Ablehnung dieses Freihandelsabkommens. Die heutige Entscheidung gegen unsere und gegen die österreichische Position schmerzt und gefährdet unsere Lebensmittelversorgungssicherheit“, sagt Landesobfrau Landesrätin Simone Schmiedtbauer. Mit Blick nach vorne fordert sie jetzt weitergehende Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine verpflichtende europaweite Herkunftskennzeichnung und eine faire GAP mit voller Inflationsabgeltung. Alleine seit Inkrafttreten der letzten GAP-Periode hat diese Leistungsabgeltung für uns Bäuerinnen und Bauern mehr als 10 Prozent an Kaufkraft eingebüßt. Die in Aussicht gestellten zusätzlichen GAP-Mittel für die kommende Periode wiegen nicht einmal die im Raum stehenden Kürzungen auf und sind eine mehr als unzulängliche Antwort auf die schwierige Lage unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft. Mit Blick auf die Nachteile, die unserem Berufsstand durch das Mercosur-Freihandelsabkommen entstehen können wir uns nicht mit weniger als einer empfindlichen Korrektur nach oben zufriedengeben.“ 

Warum unser Nein Bestand hat:

Unfaire Wettbewerbsbedingungen:
Mercosur öffnet den europäischen Markt für Agrarimporte, die nicht nach denselben strengen Standards bei Tierwohl, Umwelt- und Pflanzenschutz produziert werden wie in Europa. Unsere Bauern arbeiten unter höchsten Auflagen und sollen gleichzeitig mit Billigimporten konkurrieren. Das ist kein fairer Handel, sondern politisch verursachte Wettbewerbsverzerrung.

Mangelnde Transparenz an der Wertschöpfungskette:
Solange Herkunft und Produktionsbedingungen nicht klar und nachvollziehbar offengelegt werden, ist Mercosur nicht akzeptabel. 

Gefährdung regionaler Landwirtschaft:
Billigimporte drücken Preise, zerstören regionale Wertschöpfung. Was als Handelsabkommen verkauft wird, ist in Wahrheit ein Abbauprogramm von bäuerlichen Strukturen und den ländlichen Raum.

Unsere Forderungen – klar, konstant und nicht verhandelbar:

1.)    Eine solide, durchgehende europäische Herkunftskennzeichnung 
Verpflichtend, lückenlos und ohne Ausnahmen - im Lebensmittelhandel, in der Gastronomie, in Großküchen und in öffentlichen Einrichtungen.
„Wer Regionalität ernst meint, muss sie auch sichtbar machen“, betont Brodtrager.

2.)    Gleiche Standards für alle – oder kein Marktzugang
„Wer in Europa verkaufen will, muss auch nach europäischen Regeln produzieren“, stellt Brodtrager klar. 

3.)    Ein starkes und abgesichertes europäisches Agrarbudget
Statt internationaler Billigimportpolitik braucht es ein verlässliches, zukunftssicheres europäisches Agrarbudget, das bäuerliche Familienbetriebe absichert, Leistung honoriert und regionale Produktion stärkt.
„Die bäuerlichen Familienbetriebe wissen sehr genau, wer ihre Interessen konsequent vertritt und wer nur dann laut wird, wenn es politisch praktisch ist. Österreich hat dagegen gehalten während die rechte italienische Staatschefin Georgia Meloni den Pakt heute besiegelt hat“, sagt Brodtrager.

Der Steirische Bauernbund steht zum freien Handel – aber nicht auf Kosten der eigenen Landwirtschaft. Diese Haltung ist keine Momentaufnahme, sondern eine seit Jahren vertretene, klare Linie und deshalb bleibt es bei diesem klaren NEIN! (Schluss)
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