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Wien, 20. Februar 2026 (aiz.info)

LK Österreich-Brief zum TGÖ-Rückzug der Tierärztekammer

Aufforderung, an Gesprächstisch zurückzukehren

Die Landwirtschaftskammer Österreich hat mit erheblichem Bedauern von der überraschenden Aussendung der Österreichischen Tierärztekammer an Ihre Mitglieder erfahren, worin die Beendigung der Mitgliedschaft im TGÖ (Tiergesundheit Österreich) mitgeteilt wird. Der Rückzug der ÖTÄK aus diesem Gremium ändert aus Sicht der LK Österreich und der Länder nichts an der Funktionsweise und der Arbeit der Länder-Tiergesundheitsdienste. Deren Leistungen sind unverändert notwendig.  

Der Verein Tiergesundheit Österreich wurde vor rund drei Jahren als Dachverband gegründet. Damit sollen die Anforderungen des EU animal health law zur Prävention von Krankheiten und Seuchen, der Qualitätssicherung in den Wertschöpfungsketten tierische Erzeugnisse bis in die Verarbeitungsstufen, die Unterstützung der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Tierärztinnen und Tierärzte bei der Umsetzung von Pflichten zur Tiergesundheit, sowie Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren erarbeitet und koordiniert werden. 
Auch Bildung, Beratung und die Erstellung und Umsetzung von Programmen zählen zu den vereinbarten Aufgabenstellungen. Diese sind auch im österreichischen Tiergesundheitsgesetz abgebildet. 

Das EU-Veterinärrecht ist die Antwort auf die Erwartungshaltung von Politik und Verbraucherinnen und Verbrauchern auf EU-Ebene zur Umsetzung in allen EU-Mitgliedstaaten zum Schutz der Tierbestände und Lebensmittelsicherheit. Es ist auch die Grundlage für den gemeinsamen Binnenmarkt und die Basis für Handelsbeziehungen mit Drittstaaten. 

Das ist das herausfordernde Umfeld, warum im Jahr 2023 bei der Gründung des TGÖ die gemeinsame Zielsetzung formuliert wurde, dass neben Vertreterinnen und Vertretern der Tierärzteschaft und der Landwirtschaft auch Wirtschaft und Länder-TGD tragende Mitglieder im Verein sind. Der Erhalt der Biosicherheit und die Qualitätssicherung – insbesondere auch im Hinblick auf die Vermeidung von Resistenzen – sind die erklärten Zielsetzungen von Tierärztinnen und Tierärzten sowie Landwirtinnen und Landwirten in einem gleichzeitig immer schwierigeren Umfeld. Die Tiergesundheit Österreich nimmt hier bereits eine relevante Rolle ein. Aus diesem Grund ist der Landwirtschaft auch der Erhalt der tierärztlichen Versorgung ein wichtiges Anliegen. 

Das Projekt wurde gestartet, um der Verantwortung für die Tiergesundheit auch im Interesse von Produzent:innen, Konsument:innen und Wirtschaft gemeinsam gerecht zu werden. Die Tierärzteschaft sollte auch zukünftig in einem konstruktiv-kritischen Arbeitsprozess ihren Beitrag leisten. Dazu muss sie jedoch mit am Tisch sitzen. Daher sollten die nächsten Monate genützt werden, um am gemeinsam gestarteten Projekt weiter zu arbeiten und den Beitrag der Tierärzteschaft zu definieren. "Wir appellieren daher an die Tierärztekammer, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und im Sinne der gemeinsamen Ziele konstruktive Lösungen zu finden“, betonen Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sowie Ferdinand Lembacher, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich. (Schluss)
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