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Gleisdorf, 13. März 2026 (aiz.info)

Frühjahrstagung der ARGE Meister Österreich in der Steiermark

Vielseitiges Exkursionsprogramm am 12. und 13. März

Die Arbeitsgemeinschaft der Meisterinnen und Meister Österreich (kurz ARGE Meister) traf sich am 12. und 13. März 2026 zu ihrer alljährliche Frühjahrstagung in Gleisdorf in der Steiermark. Das austragende Bundesland erstellte ein abwechslungsreiches Programm, das neben den Themenbereichen Obst und Wein auch die Rinderzucht und Tierhaltung im Fokus hatte. Darüber hinaus beschäftigte sich die ARGE Meister aber auch mit aktuellen agrarpolitischen Themenstellungen sowie einer möglichen inhaltlichen Schwerpunktsetzung in der angebrochenen Funktionsperiode der neuen Bundesobfrau Daniela Burgstaller. 

Das vielseitige Exkursionsprogramm startete bei Obst Leopold in Studenzen, einem 1913 gegründeten Familienunternehmen. Dieses vermarktet jährlich rund 15.000 Tonnen Äpfel, die im Herst erntefrisch von Bäuerinnen und Bauern aus der Region übernommen werden. Nach entsprechender Lagerung, Sortierung und Verpackung transportiert Obst Leopold die Äpfel zu Kundinnen und Kunden im In- und Ausland. Neben Äpfel umfasst die Produktpalette auch Birnen, Zwetschken, Erdbeeren, sonstige Beerenfrüchte und große Mengen an Chinakohl. Obst Leopold ist mit rund 80 ganzjährig im Betrieb beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. 

Strategieworkshop mit neuer Bundesobfrau

Am Nachmittag setzten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Meisterinnen und Meister aus den verschiedenen Bundesländern im Zuge eines Strategieworkshops intensiv mit den Herausforderungen und Zielsetzungen der ARGE Meister auseinander. Unter der neu gewählten Bundesobfrau Daniela Burgstaller sollen bewährte Wege fortgesetzt und neue Chancen ergriffen werden, um auch weiterhin als starke Stimme für die Anliegen der Meisterinnen und Meister aller land- und forstwirtschaftlichen Berufssparten wahrgenommen zu werden.  

Im Anschluss wurde der Weinbaubetrieb Wein.Atelier Seyfried in Gleisdorf besichtigt. Die Weinbaumeisterin Maria Seyfried setzt erfolgreich auf Weine, die die Charakteristik und Qualität der Region widerspiegeln. Ergänzt wird der Weinbaubetrieb mit einem Buschenschank, in dem sich Wein und Kunst in einem gemütlichen Ambiente verbinden und diesen von der Masse abhebt. Der ursprüngliche landwirtschaftliche Gemischtbetrieb von rund 7 ha wurde über die letzten Jahrzehnte zu einem reinen Weinbaubetrieb umgewandelt mit Weinen, die immer wieder sowohl national als auch international ausgezeichnet werden. Die Weinlese erfolgt ausschließlich mit der Hand. 

Nach erfolgter Stärkung bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung auch die Gelegenheit im Zuge eines angeregten Kamingesprächs mit Kammerdirektor Werner Brugner aktuelle Herausforderungen der Land- und Forstwirtschaft zu diskutieren. 

Am zweiten Tag war das erste Exkursionsziel Genostar Rinderbesamung GmbH, das größte Besamungsunternehmen in Österreich - bestehend aus den zwei Standorten Kagelsberg in Niederösterreich und Gleisdorf in der Steiermark. Das Unternehmen wurde 2009 von den niederösterreichischen und steirischen Rinderzuchtverbänden und Landwirtschaftskammern gegründet. Geschäftsführer Peter Stückler und Tierärztin Bettina Fasching gaben interessante Einblicke in die Unternehmensphilosophie und die tägliche Arbeit mit den Stieren. Genostar beansprucht für sich als Zuchtphilosophie höchste Qualität und maximalen Zuchtfortschritt. Basis dafür ist die Selektion von Jungstieren mit höchsten genomischen Zuchtwerten, um den besten Zuchtfortschritt zu garantieren. Als Höhepunkt wurde ein Teil der derzeit besten Sprungstiere in Gleisdorf vorgestellt. 

Vielseitiger Meisterbetrieb in St. Margarethen an der Raab

Zuletzt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frühjahrstagung beim Meisterbetrieb Braunstein in St. Margarethen an der Raab zu Gast. Der Betrieb Braunstein wird als Familienbetrieb geführt, der neben Ackerbau auch Legehennen und Schweinemast betreibt. Regionale Kreisläufe sind der Familie wichtig. Die erzeugten Ackerfrüchte werden zur Gänze an die eigenen Hühner und Schweine verfüttert, die Hälfte der Flächen wird pfluglos bestellt. Auch Kren wird am Betrieb Braunstein angebaut. Dieser Betriebszweig wurde mittlerweile zur Gänze an den Sohn übertragen, welcher - ebenfalls ein Landwirtschaftsmeister - die im Zuge seiner Meisterarbeit geplante Toastanlage für den hofeigenen Soja umgesetzt hat.

Daniela Burgstaller, Bundesobfrau der ARGE Meister betonte, wie essenziell Fachwissen aber auch Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber in der Land- und Forstwirtschaft sind: "Meisterinnen und Meister erwerben im Zuge ihrer Ausbildung umfassendes Fachwissen mit starkem Praxisbezug. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um neuen Herausforderungen und Entwicklungen mit Elan begegnen und diese aktiv gestalten zu können."

Jedes Jahr durchlaufen im Schnitt 440 Frauen und Männern die Meister:innenausbildung in einem der bislang 16 Berufsfeldern der Land- und Forstwirtschaft. Fast zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen schließen dabei die Ausbildung in den Bereichen Landwirtschaft und Forstwirtschaft ab. (Schluss)
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