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Rom, 9. Februar 2026 (aiz.info)

FAO-Lebensmittelpreisindex sinkt im Jänner zum fünften Mal in Folge

Rückgänge bei Milchprodukten, Fleisch und Zucker - Getreide und Pflanzenöle im Plus

Der FAO-Lebensmittelpreisindex ist im Januar 2026 erneut gesunken. Rückgänge bei Milchprodukten, Fleisch und Zucker überwogen die Anstiege bei Getreide und Pflanzenölen, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) laut MBI mitteilte. Der Lebensmittelpreisindex der FAO, der einen Korb mit häufig gehandelten Agrarrohstoffen abbildet, lag im Januar bei durchschnittlich 123,9 Punkten und damit 0,4 Prozent unter dem Dezemberwert. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Rückgang um 0,6 Prozent, zugleich lag der Index 22,7 Prozent unter dem Höchststand vom März 2022.

Der FAO-Getreidepreisindex erreichte im Januar 107,5 Punkte und lag damit geringfügig um 0,2 Prozent über dem Dezemberwert, blieb jedoch 3,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die internationalen Weizenpreise blieben weitgehend stabil. Preistreibende Faktoren wie starke Exportverkäufe aus Australien und Kanada sowie wetterbedingte Risiken für Winterkulturen in Russland und den USA wurden durch eine insgesamt komfortable globale Versorgungslage ausgeglichen. Erwartete gute Ernten in Argentinien und Australien sowie hohe globale Lagerbestände übten weiterhin Preisdruck aus.

Die internationalen Maispreise setzten ihren Abwärtstrend fort und gaben um 0,2 Prozent nach. Wetterbedingte Risiken für die Aussaat in Argentinien und Brasilien sowie eine starke Ethanolnachfrage in den USA stützten zwar teilweise die Preise, konnten jedoch die insgesamt schwache Marktstimmung infolge reichlicher globaler Bestände nicht ausgleichen.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex lag im Januar bei 168,6 Punkten und damit 2,1 Prozent über dem Dezemberwert sowie 10,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg spiegelte höhere Weltmarktpreise für Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl wider, die niedrigere Notierungen für Rapsöl mehr als ausglichen. Palmöl verteuerte sich bereits den zweiten Monat in Folge, gestützt durch saisonale Produktionsrückgänge in Südostasien und eine feste weltweite Importnachfrage infolge verbesserter Preiswettbewerbsfähigkeit.

Die Sojaölpreise erholten sich aufgrund enger werdender Exportverfügbarkeiten in Südamerika sowie der Erwartung einer starken Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor in den USA. Auch die Preise für Sonnenblumenöl zogen nach zwei Rückgängen zum Jahresende 2025 wieder an, bedingt durch anhaltende Angebotsengpässe in der Schwarzmeerregion und eine zurückhaltende Vermarktung durch Landwirte. Rapsöl verbilligte sich dagegen leicht, da in der EU nach umfangreichen Importen ein reichliches Angebot verfügbar war.

Der FAO-Fleischpreisindex lag im Januar bei 123,8 Punkten und damit 0,4 Prozent unter dem Dezemberwert, blieb jedoch 6,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Rückgang auf Monatssicht war vor allem auf niedrigere internationale Schweinefleischpreise zurückzuführen, während die Notierungen für Rind- und Schaffleisch weitgehend stabil blieben. Geflügelfleisch verteuerte sich dagegen. Schweinefleisch wurde insbesondere aufgrund schwächerer Preise in der EU günstiger, bedingt durch eine gedämpfte internationale Nachfrage und ein reichliches Angebot, das auch mit der Abarbeitung von Produktionsrückständen nach temporären Schlachthofschließungen während der Feiertage zusammenhing.

Die Rindfleischpreise bewegten sich kaum, da brasilianische Exporte nach Ausschöpfung der zollfreien US-Quote und der anschließenden Einführung eines Importzolls verstärkt in andere Märkte, insbesondere nach China, umgelenkt wurden. Die vorgezogenen Käufe chinesischer Importeure vor der Einführung neuer Schutzmaßnahmen glichen mögliche Preisrückgänge in Brasilien aus. Die weltweiten Geflügelfleischpreise stiegen hingegen insgesamt vor allem aufgrund höherer Notierungen in Brasilien, getragen von einer starken internationalen Nachfrage.

Der FAO-Milchpreisindex fiel im Januar auf 121,8 Punkte und damit um 5,0 Prozent gegenüber Dezember sowie um 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Damit verzeichnete der Index den siebten monatlichen Rückgang in Folge. Ausschlaggebend waren vor allem niedrigere Preise für Käse und Butter, die moderate Anstiege bei Milchpulver überkompensierten. Die internationalen Käsepreise verzeichneten den stärksten Rückgang infolge eines intensiveren globalen Wettbewerbs. Reichliche Liefermengen in Europa und den USA belasteten die Notierungen und überwogen festere Preise in Neuseeland.

Auch die Butterpreise gaben weiter nach, bedingt durch ein saisonal höheres Angebot an Milchfett, gestiegene Lagerbestände in Europa sowie reichliche Exportmengen aus anderen wichtigen Produktionsregionen. Die Weltmarktpreise für Milchpulver stiegen dagegen leicht, wobei Magermilchpulver besonders zulegte, gestützt durch eine wieder anziehende, preisabhängige Importnachfrage aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Teilen Asiens. Vollmilchpulver verteuerte sich nur moderat, da die Nachfrage weiterhin unter historischen Durchschnittswerten lag.

Der FAO-Zuckerpreisindex erreichte im Januar 89,8 Punkte und lag damit 1,0 Prozent unter dem Dezemberwert sowie 19,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang wurde durch Erwartungen eines steigenden globalen Zuckerangebots im laufenden Wirtschaftsjahr ausgelöst, gestützt durch eine deutlich höhere Produktion in Indien sowie günstige Produktionsaussichten in Thailand. Zusätzlich verstärkte der insgesamt positive Produktionsausblick für die Saison 2025/26 in Brasilien trotz eines geringeren Anteils der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr die Erwartungen eines reichlichen globalen Angebots und erhöhte den Druck auf die Weltmarktpreise. (Schluss)
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