Zum Content springen
Neue Suche

Absender

Empfänger

Brüssel, 18. März 2026 (aiz.info)

EU-Australien-Abkommen: Landwirtschaft darf nicht zahlen

COPA-COGECA warnt vor Zugeständnissen bei sensiblen Agrarprodukten und fordert ein faires, ausgewogenes Abkommen

Während sich die Diskussionen über einen möglichen Abschluss des EU–Australien-Freihandelsabkommens intensivieren, äußert der Dachverband der EU-Landwirte und -Genossenschaften, COPA-COGECA, weiterhin erhebliche Bedenken hinsichtlich der Ausgewogenheit und Fairness des Ergebnisses – insbesondere im Agrarkapitel.

Copa-Präsident Massimiliano Giansanti reagierte auf die Nachrichten über einen möglichen Abschluss und betonte: „Auch wenn wir die strategische und wirtschaftliche Bedeutung einer Stärkung der Beziehungen zu Australien anerkennen, ist es entscheidend, dass jedes Abkommen eine wirklich ausgewogene Partnerschaft und die jeweilige Größe unserer Märkte widerspiegelt. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe stehen derzeit vor extremer Unsicherheit, mit steigenden Produktionskosten und sinkenden Einnahmen. In diesem schwierigen Umfeld darf die Landwirtschaft nicht erneut als Verhandlungsmasse eingesetzt werden, um Gewinne in anderen Sektoren zu erzielen.“

"Berichten zufolge wirft ein erweiterter Marktzugang für sensible Agrarprodukte – darunter Rindfleisch, Schaffleisch und Zucker – grundlegende Fragen zur Ausrichtung der Verhandlungen auf. Unverhältnismäßige Zugeständnisse in diesen Bereichen bergen die Gefahr, europäische Landwirte zu untergraben, Märkte zu verzerren und das langjährige Engagement der EU für hohe Produktionsstandards und die Nachhaltigkeit ländlicher Räume zu schwächen", zeigt Giansanti weiter auf.

Cogeca-Präsident Lennart Nilsson fügte hinzu: „Die Europäische Kommission muss sicherstellen, dass Zugeständnisse bei sensiblen Agrarprodukten strikt begrenzt, tatsächlich wechselseitig und an gleichwertige Produktionsstandards gebunden sind, wobei die kumulativen Auswirkungen von Handelsabkommen vollständig berücksichtigt werden müssen. Jede Vereinbarung muss fair sein und darf nicht auf Kosten des Agrarsektors der EU, der ländlichen Gemeinschaften oder der langfristigen Ernährungssicherheit gehen – einem zentralen Element der Souveränität und der allgemeinen Sicherheit der EU.“

Ein wirklich ausgewogenes und glaubwürdiges Abkommen müsse die Integrität und Widerstandsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft schützen und sicherstellen, dass Landwirte und Agrargenossenschaften nicht einen unverhältnismäßig großen Teil der Last tragen müssten. (Schluss)
2.355 Anschläge
  • Empfehlen
  • Drucken
  • PDF downloaden
  • RTF downloaden