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Berlakovich startet Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020"

Acht Module erarbeiten klare Lösungsstrategien für die Zukunft

Wien, 9. April 2010 (aiz.info). - Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich hat heute den Startschuss für die Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020" gegeben, den Agrarpolitik-Masterplan für die nächsten zehn Jahre. "Wir haben eine neue Dekade mit vielen Herausforderungen vor uns. Ich will den Entwicklungen nicht einfach zusehen, sondern sie aktiv gestalten", betonte Berlakovich am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Aufbauend auf den Ergebnissen der "Grünen Offensive" und der Initiative "Zukunftsfeld Bauernhof" soll eine österreichische Strategie erarbeitet werden, in deren Zentrum die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, gesunde und sichere Lebensmittel sowie Umwelt- und Klimaschutz und Erneuerbare Energie stehen. Acht Arbeitsgruppen sind ab sofort damit beauftragt, effektive Lösungsvorschläge zu finden und zu sammeln.


Acht Module arbeiten parallel

Diese Module beschäftigen sich mit den Themen Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), Ländliche Entwicklung 2014 bis 2020, Business- und Bildungsplan, Lebensmittel, Qualitätspartnerschaft/Wertschöpfung, Verwaltungsvereinfachung, neue Produktionsfelder und Ideenwerkstatt Zukunftsfeld Bauerhof. Ein erster Zwischenbericht soll am 31.08.2010 im Rahmen der Welser Messe präsentiert werden. Die Arbeitsgruppen Business- und Bildungsplan sowie Lebensmittel planen ihr Abschlussdokument für Herbst bis Ende des heurigen Jahres. Die meisten anderen Module präsentieren ihre Schlussfolgerungen im Laufe von 2011. Die beiden Gruppen zur GAP-Zukunft und zur Ländlichen Entwicklung werden ihre Erkenntnisse wiederum ständig überarbeiten und an die aktuellen Geschehnisse auf europäischer Ebene anpassen.


Weiterhin junge Landwirtschaft gefordert

Besonderes Augenmerk will der Minister dabei auch auf die heranwachsenden Generationen legen. Österreich gehöre im EU-Vergleich zu den "jüngsten" Agrarnationen. Beim Anteil an unter 35-jährigen Bauern halte unser Land den zweiten Platz, beim Anteil an unter 45-jährigen Bauern sogar den ersten. "Wir wollen weiterhin eine junge Landwirtschaft und möchten den Prozentsatz der Jungbauern auf ein Viertel steigern", so Berlakovich. Ebenso gelte es die Rolle der Frauen weiter zu stärken.


Für Zukunft gut aufgestellt, aber Budgetkürzung droht

Generell stehe Österreichs Agrarbereich auf soliden Füßen und habe eine Vielfalt an Landschaften und Bewirtschaftungsformen zu bieten. Generell sei die Landwirtschaft kleinstrukturiert und nehme in puncto Umweltfreundlichkeit und speziell im Bio-Bereich einen Spitzenplatz in Europa ein. Bei den erneuerbaren Energien stehe man EU-weit an dritter Stelle und es sei ein absolutes Ziel, diese gute Position weiter auszubauen, betonte der Minister. "Wir sind also sehr gut aufgestellt für die künftige Entwicklung", so Berlakovich, der allerdings entschieden davor warnt, das Agrarbudget auf EU-Ebene beziehungsweise auch national zu kürzen, da diese Gelder für eine flächendeckende Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung seien.


Offensiv die Herausforderungen dieses Jahrzehnts angehen

Zudem gelte es, andere Herausforderungen, wie den Klimawandel und den steigenden, weltweiten Bedarf an Lebensmitteln und Rohstoffen, nicht zu unterschätzen und auch als Chance, etwa für weitere "Green Jobs", zu nützen. Es sei wesentlich, den Landwirten im Rahmen dessen weitere Einkommensfelder zu eröffnen. "Die Welt verändert sich. Und wir müssen neue Antworten finden", so Berlakovich, der diese Themen ganz entscheidend in seine Initiative einfließen lassen möchte. "Mein Ziel ist es, dass wir weiter vorne bleiben. Mit dem heutigen Startschuss für meinen Masterplan "Unternehmen Landwirtschaft 2020" gehen wir offensiv die Herausforderungen dieses neuen Jahrzehnts an", betonte der Landwirtschaftsminister. "Die klaren Ziele sind, Österreichs Bauern im globalen Wettbewerb zu stärken, einen Businessplan für jeden Bauernhof zu entwickeln sowie heimische Qualitätslebensmittel national und international noch besser zu positionieren und den Export zu steigern", so Berlakovich.


Gegen Klassenkampf auf dem Rücken der Bauern

Eine klare Absage erteilte der Minister hingegen allen politischen Bestrebungen, einen Klassenkampf auf dem Rücken der Bauern zu führen. Kein anderer Sektor sei derartig transparent wie der Agrarbereich. Die Landwirte im Rahmen der Einheitswertdebatte gar als Steuerflüchtlinge zu bezeichnen, sei diskriminierend und entschieden abzulehnen. Budgetsanierungen dürften keinesfalls allein auf Kosten der Bauern durchgeführt werden, wie von manchen gefordert. Er wolle den Landwirten jedenfalls Sicherheit und jenen Rahmen bieten, den diese benötigten, um die geforderten Leistungen zu erbringen und den Wünschen der Konsumenten gerecht zu werden. Dass diese mit der Agrarpolitik und den Beihilfen weitestgehend einverstanden seien, habe erst jüngst eine EU-Studie eindrucksvoll bestätigt. (Schluss) jun