Sie Sind noch nicht eingeloggt:ZURÜCK
Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020": Umsetzungsphase gestartet
Berlakovich: Bereich Bildung ist Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit
Wien, 20. Mai 2010 (aiz.info). - Die im April von Minister Nikolaus Berlakovich vorgestellte Strategie "Unternehmen Landwirtschaft 2020" soll jetzt konsequent realisiert werden. Berlakovich will mit diesem Masterplan für Österreichs Bauern die agrarpolitischen Weichen für die nächsten zehn Jahre stellen und dabei insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe weiter verbessern. Die Umsetzung dieser Strategie erfolgt, wie berichtet, in Form von acht Modulen. Eines davon betrifft die Aus- und Weiterbildung, die für den Minister "einen zentralen Schlüsselfaktor für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe" darstellt. Ziel ist es unter anderem, ein umfassendes Bildungs- und Beratungskonzept und einen Businessplan zu erstellen.
Die Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020" ist in folgende acht Module gegliedert: Businessplan & Bildungsplan, Zukunft der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik, Lebensmittel, Verwaltungsvereinfachung, Neue Produktionsfelder, Qualitätspartnerschaft - Wertschöpfung, Ländliche Entwicklung 2014 bis 2020 sowie Ideenwerkstatt Zukunftsfeld Bauernhof. Zusammen sollen sie in ein schlüssiges Konzept für den gesamten Bereich der heimischen Land- und Forstwirtschaft münden.
Bildung hat zentralen Stellenwert
Im Bereich Bildung und Beratung sieht Berlakovich einen wesentlichen Ansatzpunkt, um die heimischen Betriebe wettbewerbsfähiger zu machen und die ländlichen Räume zu erhalten. "Bildung ist in meinen Augen die beste Investition in die Zukunft, daher stellen wir unsere Arbeit in diesem Modul unter das Motto "Bildung säen und Erfolg ernten". Die Basis dafür ist vorhanden, weil Österreichs Agrarbereich über ein ausgezeichnetes und umfangreiches Bildungs- und Beratungsangebot verfügt", unterstreicht der Minister. Er will mit seiner "Professionalisierungs-Offensive" vor allem den bäuerlichen Unternehmergeist stärken.
Modul "Bildung": Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe soll erhöht werden
Grundsätzliches Ziel des Moduls "Bildung" ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Betriebe zu erhöhen. "Die künftigen Herausforderungen für die Landwirte erfordern auch neue Bildungs- und Beratungsangebote. Wir brauchen eine Spezifikation allgemeiner Bildungs- und Qualitätsmaßnahmen und eine Verstärkung von benutzerfreundlichen Angeboten", erläutert Friedrich Pernkopf, Direktor der LK OÖ und Leiter dieses Moduls. Er verweist darauf, dass sich aus Buchführungsergebnissen auch ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad des Betriebsleiters und dem erzielten Einkommen ableiten lässt.
Die mit diesem Modul befasste Arbeitsgruppe hat sich mehrere Ziele gesetzt: Es geht dabei insbesondere um die Steigerung der Erfolgsfaktoren wie hohes Fachwissen, unternehmerische Kompetenz und Persönlichkeitsbildung. Die Akzeptanz von Aufzeichnungen und Dokumentationen als Grundvoraussetzung für betriebswirtschaftliche Entscheidungen soll weiter forciert werden. Ebenfalls geplant ist eine stärkere Vernetzung und inhaltliche Abstimmung zwischen Bildung und Beratung. Unter dem Titel "Bildungsplan 2015" geht es um die Entwicklung von Strategien zur Erhöhung der Durchlässigkeit von agrarischen Fachschulen in die Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen beziehungsweise von diesen in den universitären Bereich. Damit im Zusammenhang steht auch die bessere Verknüpfung von Forschung und Lehre in den Höheren Schulen.
In Abstimmung mit den Bereichen Weiterbildung und Beratung sollen Inhalte zum Thema "Unternehmerkompetenz" forciert werden. Als notwendig wird auch die Entwicklung von benutzerfreundlichen Angeboten für Betriebe (Selbstbetriebscheck, Betriebsaudit, Betriebskonzept, Arbeitskreisberatung usw.) erachtet. Generell soll damit österreichweit ein verbessertes qualitativ hochwertiges Beratungsangebot sichergestellt werden.
"Businessplan" hat hohen Stellenwert
Unter dem Titel "Businessplan" gehe es laut Pernkopf darum, konkret auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnittene Bildungs- und Beratungsangebote zu schnüren. Dazu gehören Betriebskonzepte, die als standardisiertes Beratungsprodukt bereits vorhanden sind, sowie eine eingehende Betriebsplanung. Als fundierte Grundlage für Konzepte und Entscheidungen sollen regelmäßige Betriebsaufzeichnungen dienen. Wichtig sei es dabei, so der Modulleiter, auf der einen Seite ein attraktives Einstiegsangebot im Bildungs- und Beratungsbereich zu konzipieren und auf der anderen Seite auch einen spezifischen Beratungsbedarf beispielsweise im Rahmen der Arbeitskreis-Beratung abzudecken.
Der Zeitplan für dieses Modul ist bereits fixiert: Die Vorarbeiten in den Projektgruppen wurden im vergangenen Jahr gestartet und werden nun fortgesetzt. Ende Mai/Anfang Juni sollen auf Ebene der Kammerdirektoren die Grobkonzepte bundesweit abgestimmt und die einzelnen Bildungs- und Beratungsangebote besprochen werden. Ende Juni ist ein Intensiv-Workshop geplant, zu dem Vertreter der damit befassten Institutionen (LFI, Lehrlings- und Fachausbildungsstelle, Schulen, Landwirtschaftskammer) geladen sind, um die Maßnahmen zu konkretisieren. Die Detailarbeiten in den Projektgruppen dürften im Laufe des Sommers abgeschlossen sein, im Rahmen der Welser Messe (31.08.) will Minister Berlakovich die Präsentation und Diskussion der Zwischenergebnisse vornehmen. Die im Herbst 2010 vorgelegten Strategien und Businesspläne sollen dann im Rahmen eines mehrjährigen Prozesses ab 2011 umgesetzt werden. (Schluss) kam

