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Auer: Kostbare, regionale Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif

Nur 12% des Haushaltseinkommens fürs Essen - Dumpinglöhne in Deutschland

Wien, 12. Juni 2012 (aiz.info). - "Lediglich 12% des Haushaltseinkommens geben die Österreicher für Lebensmittel aus, das ist ein historischer Tiefstand. Einzig in Großbritannien, Irland und Luxemburg sind Nahrungsmittel noch günstiger zu haben", relativiert Bauernbund-Präsident Jakob Auer die jüngsten Preisvergleiche der AK Wien, die österreichische Produzenten und Verarbeiter für ihre hohen Preise anprangern. "Die Lebensmittelpreise steigen wegen hoher Energie- und Arbeitskosten, nicht wegen höherer Erzeugerpreise. Regional produzierte Lebensmittel sind ein kostbares Gut, das es nicht zum Nulltarif gibt", lehnt Auer die an den Tag gelegte "Geizhals-Mentalität" scharf ab. "Niedrige Preise sind nicht alles. Die saisonale und regionale Qualität und gesunde Ernährung - das wird dem Konsumenten immer wichtiger", so Auer.

Zur Struktur der österreichischen Landwirtschaft generell: "Die Preisvergleiche der AK sind einmal mehr unseriös, weil sie weder die kleinteilige österreichische Struktur oder unsere hohen Produktionsstandards beachten, noch den unterschiedlichen Lohnnebenkosten Rechnung tragen", appelliert Auer an die Verantwortlichen zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. "Einige Obstbauern sind aktuell wegen Frost und Dürre von Einkommensrückgängen betroffen, trotzdem kostet das Kilo Erdbeeren im Handel exakt gleich viel wie im Vorjahr. Das sollte die AK der Vollständigkeit halber in ihren Ausführungen dazusagen", erinnert Auer daran, dass die Bauern sehr hohem unternehmerischen Risiko ausgesetzt ist.

Deutschland verschafft sich mit Dumpinglöhnen Wettbewerbsvorteil

"Wettbewerbsvorteile gegenüber Österreich verschafft sich die deutsche Fleischindustrie beispielsweise auch durch Dumpinglöhne und Billigarbeiter aus Osteuropa", weiß Auer. Und zum Größenunterschied in der Landwirtschaft generell: "Bei der größten deutschen Molkerei, dem Deutschen Milchkontor, liefern 11.000 Landwirte 6,7 Mio. t Milch an. Demgegenüber gibt es in ganz Österreich 36.583 Bauern, die 2,9 Mio. t produzieren. In der heimischen Landwirtschaft gelten damit völlig andere Größenordnungen: der durchschnittliche bäuerliche Betriebe bewirtschaftet knapp 20 ha Fläche, in Deutschland sind es etwa 50 ha, in Tschechien gar knapp 100 ha. "Österreich darf stolz sein auf seine bäuerlichen Familienbetriebe und den hohen Anteil an Bio-Landwirtschaft. Die tatsächlichen Herstellungskosten der Landwirte lassen sich über den Rohstoffpreis, 35 Cent beispielsweise bei Milch, bei Weitem nicht abdecken", stellt Auer zur Preissituation klar.

Österreichische Lebensmittel beliebt wegen ihrer Qualität

"Trotzdem gilt es als selbstverständlich, dass wir Bauern gerne Verantwortung für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung tragen, weil die Konsumenten die regionalen Qualitätsprodukte schätzen. Alle Umfragen bestätigen uns die höchste Beliebtheit heimischer Erzeugnisse. Die Konsumenten sind die wichtigsten Verbündeten der heimischen Landwirtschaft, wenn es um Lebensmittelsicherheit und -qualität geht - das lassen wir uns durch schiefe Vergleiche der AK nicht madig machen", stellte Auer klar. (Schluss) - APA OTS 2012-06-12/14:46



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