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Weltmilchtag: Bauern weisen auf Mehrwert dieses Lebensmittels hin

Eßl: Hohe Produktqualität muss dem Handel etwas wert sein

Wien, 1. Juni 2012 (aiz.info). - Anlässlich des heutigen Weltmilchtages wiesen Vertreter der heimischen Landwirtschaft in den Bundesländern im Rahmen von zahlreichen Aktionen auf den Mehrwert österreichischer Milch hin. "Dieser Mehrwert ergibt sich aus der hervorragenden Qualität, aus den hohen Tierschutzstandards, der Gentechnikfreiheit, aus den kurzen Transportwegen, dem Erhalt der Kulturlandschaft, aber auch aus der Versorgungssicherheit, die aus dem hohen Selbstversorgungsgrad resultiert", stellte etwa Oberösterreichs Landesbäuerin Annemarie Brunner fest. Gütesiegel-Milch bedeute nicht nur ausgezeichnete Qualität, sondern auch heimische Herkunft und unabhängige Kontrolle. Als eines der gesündesten Lebensmittel sei das "weiße Gold" ein wertvoller Bestandteil unserer Nahrung, so Brunner.

"Wenn man bedenkt, dass ein Liter Katzenmilch im Regal EUR 4,45 kostet, jedoch ein Liter qualitativ hochwertige Kuhmilch nur 85 Cent, so wird deutlich, wie günstig man sich mit höchster regionaler Qualität selber etwas Gutes tun kann", unterstrich Brunner.

Keine Notwendigkeit für Rabattschlachten des Einzelhandels

Ähnlich argumentierte heute der Salzburger LK-Präsident Franz Eßl: "Seit Jahresbeginn hat der Milchmarkt gedreht, die Erzeugerpreise haben in den ersten Monaten des Jahres etwas nachgegeben. Vor allem aber ist der Preisdruck des Handels größer geworden, die Rabattschlacht um die Milchprodukte droht derzeit wieder neu aufzuflammen", kritisierte Eßl. Er sieht keine Notwendigkeit, wieder in alte Muster zu verfallen. "Die Supermärkte werben immer wieder mit Regionalität und der hohen Qualität der Produkte. Es muss aber auch dem Handel klar sein, dass es eine bäuerliche Milchwirtschaft zu Tiefstpreisen nicht geben kann. Ich fordere daher vom Handel, auf diese Preisschlacht zu verzichten, die hohe Qualität der Milchprodukte muss sich in den Preisen wiederfinden", so Eßl. Er appellierte an die heimischen Konsumenten, österreichischen Milcherzeugnissen weiterhin die Treue zu halten.

Milch als Symbol der Tiroler Landwirtschaft

"Die Milch ist eines der hochwertigsten Grundprodukte, das wir in der Landwirtschaft erzeugen. Die Milchproduktion hat eine Schlüsselstellung in Tirol. Durch die Milch- und somit Viehwirtschaft garantieren wir den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft sowie einer gesunden Almwirtschaft. Hinter der Milcherzeugung steckt tagtäglich viel Arbeit, Arbeitsplätze werden gesichert, die Kulturlandschaft wird gepflegt und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Bewusstseinsbildung darüber ist ein laufender Prozess, an dem wir jeden Tag aufs Neue dranbleiben müssen", erklärte der Tiroler LK-Präsident Josef Hechenberger.

In Tirol liefern rund 56.000 Milchkühe 350.000 t Rohmilch. Etwa 300.000 t werden an Molkereien geliefert, 16.000 t gehen in die Direktvermarktung und 34.000 t werden zur Verfütterung an die Kälber verwendet, so Hechenberger. Stark angewachsen ist der Anteil an Schaf- und Ziegenmilch. (Schluss)



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