Wien, 31. Mai 2012 (aiz.info). - "Die nun veröffentlichten Zahlen der Agrarstrukturerhebung 2010 zeigen, dass die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe seit dem EU-Beitritt um 27,5% und seit 2007, dem Jahr der letzten Stichproben-Erhebung, um 7,3% gesunken ist. Besonders betroffen vom Rückgang sind die Betriebe in den Bundesländern Wien (-20,2%), Burgenland (-12,3%) und Niederösterreich (-9,2%). Betrachtet man die Betriebsarten, so sind Wein- und Obstbaubetriebe mit -20,2% am meisten zurückgegangen, gefolgt von Marktfrucht-, also Getreide erzeugenden Betrieben, mit -9,4% und Futterbaubetrieben mit -8,8%. Die geringsten Rückgänge seit 2007 verzeichneten die Bundesländer Salzburg (-2,4%), Kärnten (-3,9%) und Tirol (-4,2%). Während es also im Berg- und benachteiligten Gebiet gelang, die Betriebe mit Hilfe des Bergbauern- und des Umweltprogrammes relativ konstant zu halten, führten Marktdruck und technischer Fortschritt im Ackerbaugebiet zu einem verstärkten Strukturwandel", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zu den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2010 fest.
Ergebnisse in Zahlen
Im Jahr 2010 wurden 173.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe gezählt. Seit dem EU-Beitritt 1995 sank ihre Zahl um 27,5%, seit 2007 um 7,3%. Zugenommen haben Betriebe mit einer Größe ab 50 ha, einen Rückgang verzeichneten hingegen die kleineren und kleinsten Höfe.
Auffallend war der Strukturwandel im Bereich der Viehhaltung. So sank die Anzahl der Rinderhalter seit 1995 um 38%, der Rinderbestand reduzierte sich um 13%. Der durchschnittliche Rinderbauer hielt 1995 20 Tiere, 2010 waren es 28 Stück. Bei den Kühen ging die Zahl der Halter seit 1995 um 40% zurück, der Tierbestand sank um 12%. Der durchschnittliche Kuhstall beherbergt heute 12 Tiere, 1995 waren es 8. Besonders ausgeprägt zeigt sich der Strukturwandel bei den Schweinebauern. Ihre Zahl sank seit 1995 um 64%, die Tiere wurden um 12% weniger. Der durchschnittliche Schweinebauer hält heute 85 Tiere, 1995 waren es 34.
"Diese Zahlen zeigen, dass auch in der Tierhaltung, also in der Milcherzeugung und in der Mast, eine Spezialisierung stattgefunden hat. Der Druck vom Markt, der durch den offenen Binnenmarkt und die großen Lebensmittelketten bestimmt wird, verlangt nach schlagkräftigeren Einheiten. Das spiegelt sich in der nun präsentierten Statistik wider", stellte Wlodkowski fest.
Erhebung EU-weit
Für die Agrarstrukturerhebung 2010 wurden von der Statistik Austria mittels Online-Fragebogen bei allen Land-und Forstwirten in Österreich die Betriebsdaten erhoben. Die Agrarstrukturerhebung 2010 war nach 1999 wieder eine Vollerhebung. In den Jahren 2003, 2005 und 2007 wurden nur Stichproben-Erhebungen durchgeführt.
Ziel der Agrarstrukturerhebung 2010 waren Informationen zur Struktur der heimischen Land- und Forstwirtschaft und deren Entwicklung. Da eine solche Erhebung in allen EU-27 Ländern durchgeführt worden ist, sind die Daten auch auf EU-Ebene vergleichbar. Die Ergebnisse sollen nun eine Grundlage für zukünftige agrarpolitische Entscheidungen, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, bilden. (Schluss) - APA OTS 2012-05-31/11:27
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