Bern, 8. August 2012 (aiz.info). - Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist 2011 in der Schweiz um 2,5% weiter zurückgegangen. Laut der vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführten Betriebsstrukturerhebung belief sich die Zahl der Bauernhöfe im vergangenen Jahr auf 57.600. Trotz der geringeren Anzahl an Agrarbetrieben ist die landwirtschaftliche Nutzfläche über die Jahre 2010 bis 2011 beinahe unverändert geblieben: Sie betrug 2011 etwa 1,051.900 ha und 2010 rund 1,051.700 ha. Mit 258 Höfen weniger als im Jahr davor verzeichnete der Kanton Bern 2011 den stärksten Rückgang an bäuerlichen Betrieben.
Die landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz verzeichnen bereits seit längerer Zeit einen zahlenmäßigen Rückgang: Im Zeitraum von 2000 bis 2011 wurde ein Minus von 18% registriert, was gleichbedeutend ist mit 12.900 Bauernhöfen, die ihre Funktion als solche aufgaben. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Betriebsgröße über die Jahre gewachsen: Waren es im Jahr 2000 noch 15,2 ha, so wurden 2011 im Schnitt 18,3 ha bewirtschaftet, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID).
Anzahl Bio-Betriebe hat zugenommen
Zugenommen hat auch die Anzahl der Bio-Betriebe: Im Jahr 2011 wurden 5.760 Biobauernhöfe verzeichnet, was einem Zehntel aller Agrarbetriebe in der Schweiz entspricht. Damit waren es um 98 mehr als 2010. Konkret werden in der Schweiz 116.200 ha oder 11% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist der Kanton Graubünden, wo über ein Fünftel aller Bio-Betriebe der Schweiz zu finden sind.
Signifikant vergrößert hat sich auch die Fläche für Freilandgemüse: Mit einer Zunahme um 6% ist diese im Jahr 2011 auf über 10.000 ha angestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch der Geflügelbestand um rund eine halbe Million Tiere auf 9,5 Mio. Stück zugenommen. Dies ist hauptsächlich auf die größere Zahl der Truthühner zurückzuführen.
Pro Tag stellten vier Höfe die Produktion ein
Besorgt über das zunehmende Tempo des eidgenössischen Strukturwandels im Agrarbereich zeigt sich der Schweizerische Bauernverband (SBV). "1.450 Bauernhöfe haben im letzten Jahr die Produktion eingestellt, das sind vier Höfe pro Tag", stellt der SBV fest. "Obwohl uns bewusst ist, dass es einen gewissen sozial verträglichen Anpassungsprozess braucht, stimmen uns diese Zahlen besorgt. Der Druck auf die heimischen Bauernfamilien ist enorm hoch und steigt weiter", unterstreicht der Verband. Vor allem kleine und mittlere Betriebe stellten ihre Tätigkeiten ein, während die großen leicht zulegten. Die nächste Reformrunde der "Agrarpolitik 2014 bis 2017" könnte eine weitere Verschärfung der Lage zur Folge haben. "Durch die vollständige Umlagerung sämtlicher Direktzahlungen auf die Fläche kommen die kleineren Betriebe noch stärker unter die Räder", warnt der Bauernverband. Er will sich deshalb bei der anstehenden Parlamentsdebatte über die Agrarreform für die aus seiner Sicht nötigen Korrekturen einsetzen. Weiter müsse die unsägliche nach unten zeigende Preisspirale bei den Produzentenpreisen beendet werden. "Die Bauernfamilien müssen für ihre Produkte einen fairen Preis erhalten", fordert der SBV. (Schluss)
Sie Sind noch nicht eingeloggt:ZURÜCK


