München, 2. August 2012 (aiz.info). - Der BayWa-Konzern hat im 1. Halbjahr seinen Umsatz um 11,9% auf EUR 5,1 Mrd. gesteigert. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) belief sich nach sechs Monaten auf EUR 91,1 Mio. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7%. Die positive Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012 ist vor allem vom Segment Energie mit dem Geschäftsbereich erneuerbare Energien getragen worden, welcher von der starken Nachfrage nach Solarmodulen profitierte. Auch das Segment Agrar entwickelte sich überdurchschnittlich, da die im Jahr 2012 von der BayWa erworbene Beteiligung Turners & Growers mehr Ergebnis erwirtschaftete als erwartet. Die Erstkonsolidierung von Turners & Growers führte dazu, dass die Sparte Obst erstmals über 15% zum Agrarergebnis beisteuerte.
Agrar: Überdurchschnittliche Entwicklung im 1. Halbjahr
Das Segment Agrar erwirtschaftete im 1. Halbjahr 2012 einen Umsatz von EUR 2,6 Mrd. (Vorjahr: EUR 2,3 Mrd.) und damit einen Zuwachs von rund 13%. Das EBIT belief sich auf EUR 68,5 Mio. (Vorjahr: EUR 71,8 Mio.). Der leichte Rückgang im EBIT um knapp 5% im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf die schwächeren Margen im Getreide- und Düngemittelhandel zurückzuführen. Während das Getreidegeschäft im Vorjahr von den seit Erntebeginn stark zunehmenden Preisen profitiert hatte, setzte der Preisanstieg 2012 erst zum Ende der Nacherfassung beziehungsweise nach dem Verkauf des eingelagerten Getreides ein.
Die Sparte Agrarhandel verzeichnete mit einem Umsatz von EUR 1,74 Mrd. (Vorjahr: EUR 1,67 Mrd.) und einem EBIT von rund EUR 44,0 Mio. (Vorjahr: EUR 58,1 Mio.) eine überdurchschnittliche Halbjahresentwicklung. Schwächere Gewinnspannen im Getreide- und Düngemittelhandel konnten zu einem großen Teil durch höhere Getreidevolumen bei der Nacherfassung sowie einen sehr guten Absatz von Saatgut und Pflanzenschutz kompensiert werden. "Durch die zu erwartende durchschnittliche Getreideernte in Deutschland und Europa, aber aufgrund deutlich schlechterer Ernteerwartung in den USA und Teilen der GUS-Staaten, dürften die Getreidepreise in den nächsten Monaten sehr volatil sein, aber mit stärkerer Tendenz nach oben", erläuterte Vorstandsvorsitzender Klaus Josef Lutz.
Die Sparte Obst erzielte im 1. Halbjahr 2012 durch die Erstkonsolidierung von Turners & Growers EUR 202,3 Mio. Umsatz (Vorjahr: EUR 75,7 Mio.). Das EBIT betrug EUR 10,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.). Das weltweit agierende Fruchthandelsunternehmen Turners & Growers aus Neuseeland konnte seine Ernte zu guten Preisen vermarkten, während in Deutschland die Rekordernte des Vorjahres zu niedrigeren Margen führte. Für den Sommer/Herbst 2012 wird in Deutschland wieder eine eher durchschnittliche Obsternte erwartet, sodass von höheren Margen im Verkauf auszugehen ist.
Die Agrartechnik verzeichnete erneut Absatzsteigerungen und profitierte außerdem von den Auftragsüberhängen aus 2011. So stieg der Umsatz im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 19,5% auf EUR 632,9 Mio. (Vorjahr: EUR 529,5 Mio.). Das EBIT kletterte um 20,4% auf EUR 14,0 Mio. (Vorjahr: EUR 11,7 Mio.). Die Sparte konnte die Verkaufszahlen bei Neumaschinen um mindestens 22% steigern und auch das Servicegeschäft erweitern. Da die Überhänge aus 2011 jetzt teilweise abgebaut sind und der Auftragseingang sich mittlerweile normalisiert hat, rechnet die BayWa in der zweiten Jahreshälfte mit einem sich leicht abschwächenden Wachstum in dieser Sparte.
Energie: Erneuerbare Energien entwickeln sich noch besser als erwartet
Der Halbjahresumsatz 2012 im Segment Energie (klassische Energieträger und regenerative Energien) erhöhte sich um 34,4% auf EUR 1,7 Mrd. (Vorjahr: EUR 1,3 Mrd.). Das EBIT profitierte von dieser Entwicklung und stieg auf EUR 15,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). Dieser extreme Anstieg lässt sich vor allem auf die höheren Erträge aus dem regenerativen Energiebereich zurückführen: Zum einen erlebte Deutschland aufgrund der anhaltenden Diskussion um die Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Nachfrageboom nach Solarmodulen. Auch in den USA lief das Geschäft mit PV-Modulen sehr gut. Zum anderen konnten Solaranlagen hauptsächlich in Deutschland, die von den Gesellschaften der BayWa im Rahmen ihres Projektgeschäfts errichtet worden waren, gewinnbringend verkauft werden. "Bei den erneuerbaren Energien gehen wir davon aus, dass angesichts einer besseren Planungssicherheit durch das endlich verabschiedete Einspeisegesetz, die Kunden weiterhin in Solarmodule investieren werden", erläuterte Lutz.
Bau: Baustoffe partizipiert an guter Konjunkturlage
Der Umsatz im 1. Halbjahr 2012 im Segment Bau, das ausschließlich aus dem Baustoffhandel besteht, betrug EUR 813,0 Mio. (Vorjahr: EUR 978,5 Mio.). Das EBIT verzeichnete EUR 4,1 Mio. (Vorjahr: EUR 13,2 Mio.). Diese Zahlen sind zum einen auf die Ausgliederung der Bau & Gartenmärkte zu Beginn dieses Jahres zurückzuführen. Zum anderen wirkten sich aber auch auf den Baustoffhandel die für das 1. Halbjahr üblichen margenschwachen Streckengeschäfte aus. (Schluss)
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