Damaskus/Rom 2. August 2012 (aiz.info). - Der Syrien-Konflikt fordert auch in der ansässigen Landwirtschaft seinen Preis. Fast eine Million Menschen sind in den betroffenen Gebieten auf Unterstützung für den Erwerb von Saatgut, Futtermittel, Treibstoff sowie der Instandhaltung von Bewässerungssystemen angewiesen. In den nächsten zwölf Monaten könnte die Zahl jener Syrer, die Nahrung und Hilfe in der Landwirtschaft benötigen, auf 3 Mio. anwachsen. Die Unterstützungen müssten deshalb entsprechend aufgestockt werden, wie aus einem gemeinsamen Bericht der beiden UN-Organisationen FAO (Ernährung und Landwirtschaft) und WFP (Welternährungsprogramm) sowie des syrischen Agrarministeriums hervorgeht.
Durch die Krise hätte die syrische Landwirtschaft heuer bereits USD 1,8 Mrd. (EUR 1,5 Mrd.) eingebüßt. Darin enthalten sind Verluste und Schäden an Kultur- und Viehbeständen sowie Bewässerungssystemen. Besonders gravierend seien Beeinträchtigungen strategisch wichtiger Kulturen, wie Weizen und Gerste, Kirsch-und Olivenbäume sowie Gemüse. Laut dem Bericht hat ein Großteil der ländlichen Bevölkerung in den Konfliktregionen ihr gesamtes oder zumindest einen Teil des landwirtschaftlichen Vermögens verloren. Die verlängerte Trockenheit verschärfe zusätzlich die Situation.
"Die bedürftigsten Familien in Syrien leben von der Landwirtschaft. Ohne rechtzeitige Hilfe werden deren Existenzen in einigen Monaten zusammenbrechen. Der Winter naht und es besteht dringender Handlungsbedarf", erklärt Abdulla BinYehia, Vertreter der FAO in Syrien.
Arbeitsmangel, kein oder zu teurer Treibstoff, schlechte Wasserversorgung wegen Stromausfällen und Unsicherheiten hätten Bauern gezwungen ihre Landwirtschaft aufzugeben oder unbeaufsichtigt zu lassen. Verzögerte Weizenernten in den Bezirken Daar"a, Damaskus, Homs und Hama könnten weitere Verluste bedeuten. Die FAO fordert deswegen eine rasche Unterstützung der Betroffenen. (Schluss) hub
Sie Sind noch nicht eingeloggt:ZURÜCK


