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Reisecker: Bauern bekennen sich zu wirtschaftlich machbarem Tierschutz

EU-Binnenmarkt erfordert einheitliche Produktionsstandards

Linz, 2. August 2012 (aiz.info). - Das Europäische Parlament hat zuletzt insbesondere im Zusammenhang mit dem seit Jahresbeginn geltenden EU-weiten Käfighaltungsverbot die teilweise Nichteinhaltung von Tierschutzauflagen in einigen Mitgliedstaaten kritisiert. Die Landwirtschaftskammer OÖ nimmt dies neuerlich zum Anlass, um mit Nachdruck eine noch stärkere EU-Harmonisierung von Tierhaltungsregelungen in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung einzufordern. "Die in Österreich auf 2009 vorgezogene Einführung des Käfighaltungsverbotes hat gezeigt, dass nationale Alleingänge beim Tierschutz und bei sonstigen agrarischen Produktionsstandards für die Bauern wirtschaftlich nicht machbar sind. So hat die vorgezogene Einführung des Käfighaltungsverbotes dazu geführt, dass die Inlandsversorgung bei Eiern auf 75% des heimischen Bedarfes zurückgegangen ist", stellt LK-Präsident Franz Reisecker fest.

"Eine volle Funktionsfähigkeit des EU-Binnenmarktes für Agrarerzeugnisse erfordert auch einheitliche Produktions- und insbesondere Tierschutzstandards. Nur damit können für die Bauern EU-weit gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Dies ist insbesondere für die heimische Bauernschaft von Bedeutung, die ohnehin mit erheblichen Nachteilen in der Betriebsstruktur und anderen Rahmenbedingungen (hoher Anteil der Berggebiete) zu kämpfen hat", betont der LK-Präsident. Aufgrund der Zunahme des internationalen Warenverkehrs bei Lebensmitteln sei die EU auch gefordert, Fragen des Tierschutzes und sonstiger Produktionsstandards wie etwa den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu einem wirklichen Thema in den EU-Verhandlungen um Freihandelsabkommen mit Drittländern zu machen.

Konsumenten entscheiden über Standards

"Die heimische Landwirtschaft ist bereit, über das allgemeine gesetzliche Niveau hinausgehende Standards einzuhalten, wenn diese über den Produktpreis entsprechend abgegolten werden. Das beweisen nicht zuletzt der im EU-Vergleich hohe Anteil der Biolandwirtschaft sowie die hohe Teilnahme an Qualitätsprogrammen, wie dem AMA-Gütesiegel und sonstigen Vertragsproduktionen in der Tierhaltung und im Pflanzenbau - von der Rapso-Kontraktproduktion für Speiseöl bis zum Gustino-Schweinefleisch und dem Premium-Rind als Beispiel für große Markenprogramme", unterstreicht Reisecker. Im Rahmen dieser Programme werden anfallende Mehrkosten in der Produktion durch Zuschläge bei den Erzeugerpreisen marktkonform abgegolten.

"Durch die Auswahl und den Kauf bestimmter Lebensmittel entscheiden die Konsumenten letztendlich über die jeweils dahinter stehende Produktionsform. Alle Partner entlang der Lebensmittelkette bis zum Verbraucher tragen damit Verantwortung und sind gefordert, die von den bäuerlichen Erzeugern erbrachten Leistungen fair abzugelten. Grundlage für die Partnerschaft zwischen Bauern und Konsumenten ist eine funktionierende Lebensmittelkennzeichnung", so Reisecker. (Schluss)



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