Rom, 12. Juli 2012 (aiz.info). - Während sich die Schwankungen an den internationalen Agrarmärkten etwas beruhigt hätten, werden die Preise für Lebensmittel im kommenden Jahrzehnt auf hohem Niveau bleiben. Ausschlaggebend sind dafür eine hohe Nachfrage sowie ein langsameres Wachstum der globalen Produktion. Dies geht aus dem jüngsten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Entwicklung der Landwirtschaft bis 2021 hervor.
Demnach werde die landwirtschaftliche Produktion in der nächsten Dekade auf durchschnittlich 1,7% jährlich sinken. Im vergangenen Jahrzehnt lag der Wert bei über 2% pro Jahr. Höhere Kosten, zunehmende Ressourcenknappheit, wachsende Umweltbelastungen und die Auswirkungen des Klimawandels werden das Angebot dämpfen. Gleichzeitig steigt aber die globale Nachfrage nach Nahrungsmitteln, weshalb die landwirtschaftliche Produktion in den nächsten 40 Jahren um 60% erhöht werden muss, heißt es in dem Bericht. Dazu beitragen sollen vor allem auch Entwicklungs- und Schwellenländer. Geänderte Ernährungsgewohnheiten in diesen Staaten hin zu mehr Fetten, Ölen und tierischem Eiweiß sowie ein höheres Pro-Kopf-Einkommen in den Schwellenländern verlangen nach ihrer Verantwortung.
Geflügelfleisch wird bis zum Jahr 2021 die Hauptquelle für günstiges tierisches Eiweiß werden. Die steigende Nachfrage nach Fisch wird vor allem mit Tieren aus Zuchtanlagen gedeckt werden. Im Handel mit derartigen Agrarprodukten könnten China, Indonesien, Thailand, Russland und die Ukraine bis 2021 wesentlich an Bedeutung gewinnen. Die immer stärkere Verschränkung von Erdölpreis und Agrarmärkten mache Prognosen für ein Jahrzehnt ausgesprochen schwierig. So könnte eine höhere Erdölnotierung die Nachfrage nach Bio-Treibstoffen ankurbeln und somit in Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion treten.
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos unterstützt die wesentlichen Punkte des Berichts. Allerdings verweist er auf die Preisvolatilität, die den Agrarsektor auch in Zukunft fordern wird und erhebliche internationale Beachtung verlangt. (Schluss) hub
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